Wenn es soweit ist
Du bist hier richtig.
Wenn Du bei einem geliebten Menschen bist, der im Sterben liegt, musst Du diesen Moment nicht tragen. Du darfst einfach da sein. Du darfst atmen, schweigen, sprechen oder eine Hand halten, wenn es sich richtig anfühlt.
Hier findest Du ruhige und einfache Orientierung für diesen Moment.
Wenn der Moment vorbei istWenn das Zimmer leer ist →Was kann ich jetzt tun?
Du musst hier nichts richtig machen.
Wenn Du gerade bei einem Menschen bist, den Du liebst, darfst Du einfach bei ihm sein. Vielleicht weißt Du nicht, was Du tun sollst. Das ist in Ordnung.
Nimm nur das mit, was sich für diesen Moment gut anfühlt. Du musst nichts davon abarbeiten.
Erst einmal ankommen
Vielleicht magst Du Dich für einen Moment hinsetzen.
Spüre Deine Füße auf dem Boden. Atme etwas langsamer. Du musst den Moment nicht beherrschen und nichts lösen.
Du bist da. Das genügt.
Den Raum ein wenig ruhiger machen
Du musst nichts Besonderes vorbereiten.
Wenn es Dir guttut, kannst Du unnötige Geräusche leiser machen. Sprich ruhig oder bitte andere Menschen darum, etwas leiser zu sein.
Vielleicht tut Stille gut. Vielleicht verbindet Euch ein vertrautes Lied. Du darfst es ganz leise spielen oder wieder ausschalten.
An medizinischen Geräten, Medikamenten oder der Lagerung der Person änderst Du nichts. Wenn Dich etwas beunruhigt, wende Dich an die Pflege oder das behandelnde Team.
Einfach nahe sein
Du darfst Dich dazusetzen und bei dem Menschen bleiben.
Wenn es sich richtig anfühlt, kannst Du eine Hand halten, eine Hand auf den Arm legen oder sanft über die Stirn streichen. Manchmal sagt eine gehaltene Hand mehr als viele Worte.
Und wenn Berührung gerade nicht passend erscheint, darf Nähe auch einfach bedeuten: Du bist im Raum.
Du darfst auf Dein Gefühl hören
Es gibt keine ideale Art, diesen Moment zu erleben.
Du darfst weinen. Du darfst still sein. Du darfst kurz hinausgehen und wiederkommen. Du darfst nicht wissen, was Du fühlen sollst.
Wenn Dich etwas beunruhigt
Bei körperlichen Beschwerden oder wenn sich etwas für Dich beängstigend anfühlt, hole die Pflege oder das behandelnde Team dazu.
Du musst das nicht allein einschätzen.
Was kann ich sagen?
Du musst keine besonderen Worte finden.
Es reicht, wenn Du ehrlich bist. Du kannst etwas sagen. Du darfst auch schweigen. Und wenn Du keine Antwort bekommst, darfst Du trotzdem sprechen, wenn es Dir danach ist.
Worte der Nähe
- Ich bin hier.
- Du bist nicht allein.
- Ich halte Deine Hand.
- Ich bleibe noch ein wenig bei Dir.
Worte der Liebe
- Ich liebe Dich.
- Du bist mir so wichtig.
- Ich bin dankbar, dass es Dich in meinem Leben gibt.
- Du wirst immer zu mir gehören.
Worte des Dankes
- Danke.
- Danke für alles, was Du mir gegeben hast.
- Danke, dass Du für mich da warst.
- Ich werde vieles von Dir in mir weitertragen.
Worte des Abschieds
Wenn es sich für Dich wirklich richtig anfühlt, kannst Du auch sagen:
- Du darfst ausruhen.
- Du musst Dich nicht um uns sorgen.
- Wir finden unseren Weg.
- Du darfst gehen, wenn Du bereit bist.
Diese Worte sind kein Mittel, um etwas geschehen zu lassen. Sie sind nur ein Angebot der Liebe.
Wenn zwischen Euch nicht alles gut war
Du musst jetzt nichts klären, vergeben oder geradebiegen.
Vielleicht möchtest Du etwas Ehrliches sagen. Vielleicht gibt es aber auch nichts, was jetzt gesagt werden muss. Beides darf sein.
Du musst keine Geschichte zu Ende bringen, um bei diesem Menschen sein zu dürfen.
Wenn Dir gar nichts einfällt
Dann kannst Du den Namen des Menschen sagen.
Oder Du kannst einfach sagen: Ich bin da.
Ich brauche selbst gerade Ruhe
Du musst jetzt nicht stark sein.
Vielleicht ist gerade alles zu viel. Vielleicht kannst Du kaum denken. Vielleicht hast Du Angst, etwas falsch zu machen.
Nimm Dir einen kleinen Moment nur für Dich.
Komm wieder bei Dir an
Wenn Du kannst, stell beide Füße auf den Boden.
Atme so, wie es für Dich gerade möglich ist. Du musst nicht besonders tief oder besonders ruhig atmen.
Lass Deine Schultern ein wenig sinken.
Schau Dich kurz im Raum um. Du bist hier. Du bist nicht allein mit diesem Moment.
Sag Dir nur diesen einen Satz
Du musst nicht wissen, wie das geht.
Du darfst einfach da sein.
Wenn die Gefühle kommen
Du darfst weinen.
Du darfst Angst haben.
Du darfst erschöpft sein.
Nichts davon bedeutet, dass Du nicht gut genug bei dem Menschen bist.
Wenn Du eine Pause brauchst
Du darfst kurz vor die Tür gehen, etwas trinken oder einen Menschen bitten, für einen Moment bei Dir zu bleiben.
Du musst diesen Moment nicht allein tragen.
Zum Ausdrucken
Dieses Blatt kannst Du für den Moment oder zur Vorbereitung mitnehmen.

Wenn es soweit ist
Du musst jetzt nichts leisten. Du darfst einfach da sein.
Was Dir jetzt helfen kann
Setz Dich hin, wenn Du kannst.
Atme so ruhig, wie es gerade möglich ist.
Mach den Raum etwas leiser, wenn es Dir guttut.
Halte eine Hand oder bleib einfach in der Nähe.
Sprich, wenn Du etwas sagen möchtest.
Lass Stille zu, wenn sie sich richtig anfühlt.
Du musst jetzt nicht
- die richtigen Worte finden
- stark sein
- ruhig bleiben
- etwas Besonderes erleben
- den Moment verstehen
- alles allein tragen
Wenn Du etwas sagen möchtest
Ich bin hier. · Ich liebe Dich. · Danke. · Du bist nicht allein. · Du darfst ausruhen.
Wenn Du eine Pause brauchst
Du darfst kurz hinausgehen und wiederkommen.
Bitte einen vertrauten Menschen darum, einen Moment bei Dir zu bleiben, wenn Du das brauchst.
Wenn Dich etwas beunruhigt
Hole die Pflege oder das behandelnde Team dazu.
Du musst das nicht allein einschätzen.
Wenn der Moment vorbei ist
Wenn Du erfahren hast, dass dieser Mensch gestorben ist, musst Du nicht sofort etwas tun.
Du darfst noch bleiben. Du darfst die Hand halten. Du darfst etwas sagen oder einfach still bei ihm sein.
Vielleicht möchtest Du allein sein. Vielleicht möchtest Du, dass jemand zu Dir kommt. Beides ist in Ordnung.
Du musst in diesem Augenblick nichts Bestimmtes fühlen.
Vielleicht ist da Traurigkeit. Vielleicht Stille. Vielleicht Leere, Erschöpfung oder sogar Erleichterung. Du musst nichts davon erklären.
Wenn Du bereit bist, kannst Du die Pflege oder das behandelnde Team fragen, was nun als Nächstes geschieht. Sie können Dir sagen, was an diesem Ort vorgesehen ist.
Wenn Ihr zu Hause seid, halte Dich an die Absprachen mit der medizinischen oder palliativen Begleitung. Und wenn Du unsicher bist, hole Unterstützung dazu.